Was ist das Akustikusneurinom?
Das Akustikusneurinom, oder richtiger Vestibularisschwannom, ist ein langsam wachsender, gutartiger Tumor, der meistens im Bereich zwischen Kleinhirn und Brücke beim 8. Hirnnerv auftritt. Durch das langsame Wachstum treten Symptome oftmals erst spät auf, was eine frühe Diagnosenstellung erschwert.
Mögliche Symptome für ein Akustikusneurinom sind z. B. Hörstürze, eine einseitige Hörverschlechterung, Tinnitus und fortschreitender Schwindel. Bei einem größeren Tumor kann es zu einem verminderten Empfindungsvermögen im Gesichtsbereich kommen, Gesichtslähmungen und Schluckstörungen. Sehr große Tumore können den Hirnstamm einengen und zu lebensbedrohlichen Situationen führen.
Tumore in dieser Region stellen eine neurochirurgische Herausforderung dar und bedürfen einer langjährigen operativen Erfahrung und Expertise im Bereich der Schädelbasis. Durch modernstes Instrumentarium sind Operationen fast ausnahmslos minimalinvasiv über sehr kleine und schonende Zugänge möglich.
Diagnostik und Therapie
Wenn die Diagnose Akustikusneurinom feststeht, wird das weitere Vorgehen geplant. Dafür bieten wir Ihnen eine ausführliche Diagnostik mit:
» eingehender Anamnese
» gründlicher neurologischer Untersuchung
» HNO-ärztlicher Untersuchung mit Audiogramm, Sprachdiskrimination und elektrophysiologischen Untersuchungen
» bei OP: hochauflösendes MRT und dünnschichtiges CT der Schädelbasis
Bei der Erstdiagnose kleinerer Tumore können, abhängig von den jeweiligen Symptomen, zunächst regelmäßige klinische Verlaufskontrollen und HNO-ärztliche Untersuchungen sowie MRT-Kontrollen empfohlen werden. Auch bei älteren Patientinnen und Patienten gibt es die Möglichkeit, nicht gleich zu operieren, sondern den Tumor mit regelmäßigen MRT-Kontrollen zu überwachen. Das gilt jedoch nur, wenn keine starken Beeinträchtigungen vorliegen.
Bei großen Tumoren ist eine neurochirurgische Behandlung dennoch zu empfehlen wegen des hohen Risikos einer lebensbedrohlichen Hirnstammkompression.
Abteilung für minimalinvasive Neurochirurgie
In der Abteilung für minimalinvasive Neurochirurgie behandeln wir unsere Patientinnen und Patienten auf dem neuesten Stand der Wissenschaft fachlich kompetent und menschlich einfühlsam.
» Minimalinvasive Tumorentfernung navigations- und endoskopiegestützt unter permanentem Neuromonitoring:
Die Operation erfolgt über einen innenohrerhaltenden, minimalinvasiven Zugang. Hierbei ist durch die Verwendung modernster Instrumente auch bei großen Tumoren lediglich eine minimale Rasur der Haare und eine vergleichsweise kleine, schonende Eröffnung des Schädels über ca. 2,5 cm notwendig. Unter dem Operationsmikroskop können auch tief im Gehörgang liegende Tumoranteile oft vollständig entfernt werden.
Diese aufwendigen und anspruchsvollen minimalinvasiven Operationstechniken haben für die Patientinnen und Patienten den Vorteil, dass der Krankenhausaufenthalt kürzer ist und sie schneller in ihr normales Leben zurückkehren können. Durch die schonende Operationstechnik eignet sich der Eingriff auch für ältere Patientinnen und Patienten.
Wie bei allen Operationen in unserem Hause erfolgt der Eingriff unter kontinuierlichem elektrophysiologischem Monitoring, um die größtmögliche Schonung der Nervenfunktionen zu gewährleisten und die Risiken der Operation zu minimieren.
» Radiochirurgische Behandlung (CyberKnife) im Radiochirurgicum Göppingen:
In manchen Fällen eignet sich eine hochdosierte Präzisionsbestrahlung, um das Wachstum des Tumors zu verhindern. Die sogenannte GammaKnife- oder CyberKnife-Bestrahlung erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Radiochirurgicum Göppingen. Zudem ist Prof. Feigl im Nordstrahl Zentrum für Strahlentherapie und Radiochirurgie tätig.