Operative Therapie bei einseitigem unwillkürlichem Gesichtszucken
Unter einem Hemispasmus facialis versteht man ein unwillkürliches Zucken im Bereich einer Gesichtshälfte. Die Erkrankung selbst hat keine gesundheitlichen Folgen, belastet aber die Patientinnen und Patienten psychisch, da sich Betroffene häufig aus der Öffentlichkeit zurückziehen. Die Ursache für diese Erkrankung ist eine Schädigung der „Isolierung“ (Schwann‘sche Zellen) des „nervus facialis“ (Gesichtsnerven) durch einen Gefäß-Nerv-Kontakt. Durch die chronische Schädigung der Isolierschicht des Gesichtsnerven kommt es dann zu den unwillkürlichen und ungewollten Gesichtszuckungen, die meist nur sehr diskret beginnen und dann im Krankheitsverlauf deutlich zunehmen.
Als konservative Therapie steht nur eine lokale Botulinumtoxin-Injektion zur Verfügung, jedoch behebt dies nicht die Ursache der Erkrankung, sondern lediglich die Symptome. Diese Injektion muss auch regelmäßig wiederholt werden, da sie ihre Wirkung verliert. Bei den meisten Patientinnen und Patienten, die unter einem Hemispasmus facialis leiden, ist nicht bekannt, dass die Ursache dieser Erkrankung über eine minimalinvasive Operation dauerhaft behoben werden kann.
In unserer Abteilung für minimalinvasive Neurochirurgie wird der Hemispasmus facialis navigations- und endoskopiegestützt und unter ständiger Überwachung der Hirnnervenströme behandelt. Im Rahmen der Operation wird eine Unterpolsterung der Gefäßschlinge, die an dem „nervus facialis“ anliegt, eingebracht. Dies führt dann bei fast allen Patienten zu einer sofortigen und dauerhaften Beschwerdefreiheit.