Trigeminusneuralgie

Minimalinvasive operative Behandlung bei schwerem Gesichtsschmerz

Als Trigeminusneuralgie wird ein Gesichtsschmerz im Versorgungsbereich des Nervus Trigeminus beschrieben. Der Nerv hat drei Äste (Stirnast, Wange und Unterkiefer), in denen typischerweise die Schmerzen auftreten. Als Ursache für die typische Trigeminusneuralgie liegt ein Gefäß-Nerv-Kontakt vor, durch den auf Grund der chronischen Reizung des Nervs durch das Gefäß die „Isolierschicht“ des Nerven (Schwannsche Zellen) geschädigt wird. Durch diese Schädigung der Nervenisolierung kommt es bei nur minimalen Reizen zu massiven einschießenden Schmerzen, die oft mehrere Minuten andauern können. Die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten, die unter dieser chronischen Erkrankung leiden, ist massiv eingeschränkt und führt sehr oft zur Depression.

 

Man unterscheidet zwischen der typischen und atypischen Trigeminusneuralgie. Als erste Behandlung sollte in beiden Fällen ein medikamentöser Behandlungsversuch durchgeführt werden, der vorerst nur die Symptome behandelt. Die eigentliche Ursache kann bei der typischen Trigeminusneuralgie nur operativ durch Jannetta behoben werden. Hier wird eine Unterpolsterung unter die Gefäßschlinge eingebracht, was in den meisten Fällen zu einer völligen Beschwerdefreiheit der Patienten mit einer typischen Trigeminusneuralgie führt.

 

In unserer Abteilung wird dieser Eingriff über einen minimalinvasiven Zugang navigations- und endoskopiegestützt durchgeführt. Während der gesamten Operation wird ein sogenanntes intraoperatives Monitoring (Überwachung der Nervenströme) durchgeführt, um sicherzustellen, dass alle Nerven intakt sind und dass durch die Operation kein Schaden an den Hirnnerven entsteht. Patienten, die sich einer minimal-invasiven Jannetta-Operation unterzogen haben, berichten über eine Wiedererlangung ihrer Lebensqualität und über ein neues Lebensgefühl.

 

Auch eine Trigeminusneuralgie, die im Rahmen einer multiplen Sklerose auftritt, kann bei einem eindeutigen Gefäß-Nerv-Kontakt operativ gut behandelt werden. Als alternative Therapieverfahren stehen die radiochirurgische Behandlung und die Thermokoagulation zur Verfügung.